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AG Geobotanik Forum Wissenschaft und Praxis 2010

 Neue Prioritäten im Artenschutz?

In der Vergangenheit lag der Schwerpunkt von Schutzmaßnahmen oft auf solchen Arten, die zwar regional gefährdet, bundes- oder gar weltweit betrachtet jedoch weit verbreitet und ungefährdet sind. Die Biodiversitäts- Konvention von Rio fordert jedoch, dass jeder Staat vorrangig diejenigen Arten zu schützen habe, für deren Fortbestand er die größte Verantwortung besitzt. Daher rücken vermehrt Arten in den Fokus, welche weltweit ausschließlich oder größtenteils in Europa vorkommen (Europäische Endemiten), sowie die bisher kaum beachteten Arten der mitteleuropäischen Laubwälder. Was bedeutet dies nun für den Arten- und Lebensraumschutz?

 Freitag, den 15. Januar 2010, 15.00 Uhr
Im Seminarraum 04 (Nebengebäude) des Ökologie-Zentrums, Olshausenstraße 75, Kiel

 Vortragsprogramm:

    Begrüßung und Einführung: Dr. Katrin Romahn, AG Geobotanik

    Verbreitung und Schutz europäischer Endemiten

    Prof. Dr. Carsten Hobohm, Universität Flensburg

    - Kaffee- und Klönpause (mit Kuchen!) -

    Biodiversität von Buchenwäldern in Schleswig-Holstein

    Prof. Dr. Werner Härdtle, Leuphana-Universität Lüneburg

 
Wegbeschreibung:

Wenn man die Olshausenstraße vom Westring kommt, befindet sich das Ökologie-Zentrum auf der linken Straßenseite kurz vor dem Stadtteil Klausbrook. Das Hauptgebäude ist das 5-stöckige Hochhaus dicht an der Straße. Der Seminarraum befindet sich im Flachdachgebäude rechts hinter dem Hauptgebäude. Wegbeschreibung hängt am Haupteingang.

 

 

Unser Forum Wissenschaft und Praxis 2009

in Zusammenarbeit mit dem Ökologie-Zentrum der CAU

 - Vom Eigenwert der Natur -

Für unser diesjähriges Forum am 20. März konnten wir den  Naturphilosophen und Biologen Dr. Dr. Martin Gorke, Universität Greifswald, als Vortragenden gewinnen.

 

Natur als „Ressource“, als „Kapital“– im Sprachgebrauch der Planer und vieler Naturschützer spiegelt sich ein instrumentalisierender Zugang zur Natur. Als „Dienstleister“ des Menschen hat die Natur für die Bereitstellung und Erneuerung der menschlichen Lebensgrundlagen und als Kulisse für seine Erholung und geistige Erbauung zu dienen, so der anthropozentrische Ansatz. Viele Naturschützer spüren jedoch deutlich, dass dies nicht alles sein kann!

Anstatt es nun bei dem intuitiven Unbehagen zu belassen, welches viele Menschen angesichts der allumfassenden Instrumentalisierung der Natur befällt, geht Martin Gorke der Sache auf den Grund. Seine These: Ein konsequenter Naturschutz und ein umfassender Artenschutz lassen sich nur im Rahmen einer Ethik begründen, welche auf den Eigenwert der Natur aufbaut. Gorke zeigte uns zudem einen Weg auf, Naturschutzprobleme argumentativ und rational zu lösen, ohne dabei auf fragwürdige weltanschauliche Annahmen zurückzugreifen. Dem beeindruckenden und gut verständlichen Vortrag folgte eine engagierte Diskussion, bei welcher deutlich wurde, wie wichtig die Vergewisserung von Wertgrundlagen für uns Naturschützer ist.

Zum Weiterlesen: 

Martin Gorke (1999): Artensterben – Von der ökologische Theorie zum Eigenwert der Natur.-, 376 S., Klett Cotta, Stuttgart. 

Ders. (2000): Was spricht für eine holistische Umweltethik?- Natur und Kultur 1 (2): 86-105 

Ders. (2003): Die Vernichtung der Biologischen Vielfalt als Herausforderung für eine holistische Ethiktheorie..- Natur und Kultur 4 (2): 90-104  

Ders. (2006): Prozesschutz aus Sicht einer holistischen Ethik.- Natur und Kultur 7 (1): 80-107

Die Publikationen aus „Natur und Kultur“ sind unter www.umweltethik.at verfügbar.

 

Abb. 1: Wofür ist das winzige und unscheinbare, häufig übersehene
Acker-Quellkraut (Montia fontana ssp. chondrosperma) eigentlich gut?
Es dürfte schwierig werden, dieser Pflanzenart einen wie auch immer
gearteten „Nutzen“ für die menschliche Gesellschaft zuzuschreiben.
Eine Schutzbegründung für diese Art kann vielmehr darauf aufbauen,
dass wir ihr einen Eigenwert zuerkennen. Foto: K. Romahn